Engel und Bergmann aus dem Erzgebirge

Lichterengel und Lichterbergmann sind an Weihnachten ein beliebter Schmuck im Erzgebirge. Das Paar wird meist in die Fenster gestellt. Früher wurden sie ausschließlich mit Wachskerzen erhellt. Heute gibt es sie auch in elektrischer Form mit Trafo. Man kann aber auch die echten Kerzen durch kabellose LUMIX LED Kerzen ersetzen.

Engel und Bergmann gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Egal ob groß oder als Miniatur, farbig oder naturbelassen, reich verziert oder schlicht gestaltet – hier müsste jeder sein Paar finden.

Gerade bei den Engeln gibt es auch sehr moderne Ausführungen. So zum Beispiel unsere Spitzenengel. Bei ihnen wurde das Gewand mit echter Plauener Spitze verziert.

Besonders prunkvoll sehen Lichterengel und Lichterbergmann mit einem Joch aus. Das ist ein kleiner Lichterbogen für mindestens vier Kerzen. Diesen tragen sie  auf dem Kopf oder auf den Schultern.

Eine besondere Art sind Glockenengel und Glockenbergmann. Hier halten die Figuren jeweils eine Pyramide in der Hand. Durch die Kerzenwärme dreht sich diese und ein kleines Glöckchen erklingt.

Die bekanntesten Hersteller sind:

  • Wolfgang Braun
  • Volker Fürchtner
  • Andreas Hegewald
  • Johannes Ulbricht, Nachfolger Volkskunstwerkstatt Eckert
  • Zeidler Holzkunst GmbH

Die Geschichte dahinter

Engel und Bergmann haben im Erzgebirge eine lange Tradition. Wie vieles im Erzgebirge ist die Entstehungsgeschichte eng mit dem Bergbau verknüpft. Zunächst entstand im 17. Jahrhundert der Lichterbergmann. Meist aus Zinn gegossen, fand man ihn damals als Altarleuchter in den Kirchen. Sie wurden später in geschnitzter Form auch in die Fenster der arbeitenden Bevölkerung gestellt und sollten den Bergmännern den Weg nach Hause leuchten. Sie stehen für die Sehnsucht der Bergleute nach dem Tageslicht, welches sie bei ihrer langen Arbeit schmerzlich vermissten.

Der Lichterengel hat seinen Ursprung im Religiösen. Dort trat er zunächst als Bote des Himmels, als Verkündigungsengel in Erscheinung. In Seiffen wurde er als sogenannter Schwebeengel in geschnitzter Form bekannt. Er sollte den Bergmännern bei ihrer schweren und gefährlichen Arbeit unter Tage himmlischen Schutz spenden.

Beide strebten nach Licht – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. So wurde der Lichterengel Mitte des 19. Jahrhunderts dem Bergmann als Frau zur Seite gestellt. Das Aussehen des Lichterengels ist stark von der Biedermeierzeit geprägt. Eng geschnürte Taille und blumenverzierte Kleider waren typisch für diese Zeit. Auch die oft abgebildete Schürze war in der damaligen Mode eine beliebte Zierart.

Früher war es im Erzgebirge, ein beliebter Brauch, dass jedem Jungen ein Bergmann, jedem Mädchen ein Engel zur Geburt oder zur Taufe geschenkt wurde. Diesen stellte man dann in die Fenster. So sah man bereits von draußen, wie viele Kinder es in diesem Haus gab.

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