Nachhaltigkeitswunder hoch vier!
Erzgebirgisches Kunsthandwerk® – eine Entscheidung auf Lebenszeit
Über 300 Jahre alt und doch in aller Munde:
Die Nachhaltigkeit. Eine Erfindung des Erzgebirges. Denn bereits im Jahr 1713 setzte sich der Freiberger Hans Carl von Carlowitz für die gezielte Wiederaufforstung der Erzgebirgswälder ein, um diese für spätere Generationen zu sichern und prägte damit erstmals den Begriff der Nachhaltigkeit. Was der Berghauptmann einst begann, tragen unsere Kunsthandwerker bis heute im Herzen. Sie sind sich der Verantwortung gegenüber ihrem wichtigsten Rohstoff bewusst. Mit dem Ziel, das Holz in seine schönste Form zu verwandeln, drechseln, schnitzen und bemalen sie seit Jahrhunderten mit Bedacht. Sie schaffen mit ihren Händen Pyramiden, Schwibbögen und Figuren zeitloser Schönheit, die Generationen überdauern. Doch nicht nur das Holz stammt aus nachhaltiger, regionaler Forstwirtschaft. In vielen kleinen und großen Wirkungskreisen agieren die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge nachhaltig, schützen und erhalten damit ihre Heimat.
1. Alles aus der Region
Gedrechselt aus dem Holz des Erzgebirgswaldes, gesägt auf der Kreissäge des Maschinenbauers, der in wenigen Minuten vor Ort ist, wenn notwendig. Eingebettet in die ausgetüftelte Verpackung des regionalen Kartonagenherstellers, der weiß, worauf es beim Versand der zerbrechlichen Ware ankommt. Schritt für Schritt gefertigt im Erzgebirge, erreicht das Produkt so sein neues Zuhause. Wir können guten Gewissens ein Herkunftsversprechen geben. Denn im Erzgebirge braucht es keine langen Wege. Man kennt seinen Nachbarn, unterstützt sich und profitiert von einem starken Branchen-Netzwerk.
2. Ein zweites Leben schenken
Die Holzkiste des Urgroßvaters, das Marmeladenglas, der Joghurtbecher, die Katzenfutterschachtel und die Bananenkiste: Unzählige kleine und große Behälter bekommen in den erzgebirgischen Holzwerkstätten ein zweites Leben. Sorgfältig beschriftet und geordnet, dienen sie als Aufbewahrung für winzig kleine Rohteile, als Lagerkiste oder Farbglas. Gebrauchte Kartonagen werden nicht unachtsam weggeworfen, sondern für den erneuten Versand genutzt. Und wo so viele Späne fliegen, braucht’s kein Gas fürs Heizen: die Holzabfälle werden in speziellen Pellet-Heizanlagen zu wohliger Wärme. Solaranlagen liefern umweltfreundliche Energie.
3. Freunde fürs Leben
Trends sucht man in der Erzgebirgischen Holzkunst® vergebens: Zeitlose Klassiker oder moderne, schlichte Designs verschönern jedes Jahr aufs Neue das Wohnambiente. Unsere Kunsthandwerker legen viel Wert auf eine erstklassige Qualität ihrer Produkte, die mit der richtigen Pflege viele Jahre lang Freude schenken – oft sogar über Generationen hinweg. Das gilt übrigens auch für die Werkzeuge: Immer wieder neu geschliffen, hält ein gutes Dreheisen ein ganzes Berufsleben lang.
4. Erzgebirger mit Erfindergeist
In den Werkstätten für Erzgebirgisches Kunsthandwerk® findet man sie: die Allrounder-Handwerker, die ihre Maschinen selbst konstruieren und Hilfsmittel fertigen, die ihnen die tagtägliche Arbeit erleichtern: Eine Mini-Drehbank, mit der kleinste Rundungen gleichmäßig gemalt werden können. Selbstentwickelte Lehren, mit denen auch die kompliziertesten Anschnitte und Bohrungen gleichmäßig und leicht von der Hand gehen. Eine Schleifmaschine mit Mopedmotor und vieles mehr. Not machte erfinderisch – ein Gut, was sich die Erzgebirger bis heute bewahrt haben, um finanziell und ressourcenunabhängig zu agieren.
Text: Stefanie
Hartmann | Fotos: Anna Werner
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